Besuch bei den Dülmener Wildpferden

Letzte Woche war ich gemeinsam mit meiner Mutter in NRW um die Dümmeren Wildpferde und die zauberhafte Stadt Münster – dazu folgt bald ein weiterer Blog – zu besuchen.

Es war eine großartige Erfahrung einmal die gigantische Wildpferdeherde mit eigenen Augen zu sehen.

Aber jetzt erstmal ein paar Fakten:

  • Es leben etwa 400 Pferde auf rund 400 Hektar Land, welche seit dem 19. Jahrhundert im Privatbesitz von Herzog von Croy sind
  • Die Pferde leben weitgehend ohne menschlichen Einfluss, es kommt kein Tierarzt wenn ihnen etwas fehlt und auch bei den Geburten sind sie sich selbst überlassen, allerdings bekommen Sie in sehr harten Wintern etwas Heu und die Verwaltung sorgt für ausreichend Wasser
  • Es ist eine reine Stufenherde, einmal im Jahr darf ein Hengst etwa 5 Wochen zu der Herde dazu, um die Stuten zu decken. Damit es nicht zu Kämpfen zwischen den Junghengste kommt werden jedes Jahr am letzten Samstag im Mai die einjährigen Hengste beim Wildpferdefang eingefangen und danach versteigert und verlost
  • Unter der Woche kann man nur innerhalb einer Führung auf die Wildpferdebahn, wenn man eine zu kleine Gruppe ist um eine eigene Führung zu buchen, so wie wir, dann ruft einfach mal an, es ist möglich sich an andere Führungen anzuschließen
  • Am Wochenende könnt ihr die Wildpferdebahn selbstständig besuchen, um die Wildpferde zu beobachten, allerdings dürft ihr nicht mitten in die Herde herein
  • Mehr könnt ihr auf der Website vom Herzog von Croy erfahren: Dülmener Wildpferde

Nun wieder zu meinem Besuch bei den Wildpferden..

Wir waren insgesamt zweimal auf der Wildpferdebahn, einmal zu einer Führung, der wir uns angeschlossen haben und einmal selbstständig zu einem Besuch, wo wir die Wildpferde insgesamt 4 Stunden lang beobachtet haben.

Da ich ja selber schon sehr lange reite und mich auch viel mit dem Verhalten von Pferden beschäftigt habe, wusste ich die meisten Sachen bereits, die uns bei der Führung erklärt wurden, die sich hauptsächlich um das Pferdeverhalten drehte. Was allerdings wirklich sehr spannend war, ist die Erfahrung einmal inmitten dieser großen Herde zu stehen, ohne Zaun durch den man von ihnen getrennt wird. Die Pferde waren nicht sehr schau, man konnte bis auf wenige Meter zu ihnen gehen und sie ganz aus der Nähe anschauen. Vor allem die Fohlen waren sehr neugierig und kamen sogar teilweise so nah an uns heran, dass wir sie hätten streicheln können. Es war wirklich atemberaubend inmitten dieser großen Herde zu stehen und zu sehen wie sie trotzdem friedlich grasen, ganz ohne Angst oder Scheu vor uns.

Fohlen mit seiner Mutter
Fohlen mit seiner Mutter
IMG_0036
Fohlen und seine Mutter

 

 

 

 

 

 

 

Am nächsten Tag haben wir die Herde dann selbstständig besucht und waren insgesamt 4 Stunden dort, ausgerüstet mit Spiegelreflexkamera, Decke, Essen und Trinken. Während wir die Pferde beobachteten wie sie im Wassergraben planschten, grasten oder schliefen, machte ich immer wieder ein paar (viele 😀 ) Fotos und beobachtete sehr genau ihr Verhalten, was sehr spannend war. Als wir angekommen sind standen alle 400 Pferde ganz eng beieinander am Wasser, während nach und nach immer ein paar Pferde tranken und planschten, warteten die anderen Pferde bis sie dran sind. Nach und nach löste sich die Gruppe um das Wasser langsam auf und die Pferde gingen in vereinzelten Gruppen zum grasen und verteilten sich auf der ganzen großen Wiese auf der sie standen. Immer wieder hörte man ein eben aufgewachtes Fohlen nach seiner Mutter wiehern, weil diese inzwischen grasen war. Als ein Mann mit Hund kam wieherten alle und waren binnen Sekunden wieder eng aneinander gedrückt am Wassergraben und starten den Hund an. Kurz hatte man das Gefühl der Boden bebt und schon waren alle Pferde wieder da, nachdem sie erkannt haben, dass der Hund keine Gefahr darstellt, widmeten sie sich wieder dem Wasser, verteilten sich aber nicht mehr. Etwa eine Stunde später verteilte sich die Herde wieder auf die ganze Wiese und graste friedlich weiter.

Herde am Wassergraben
Herde am Wassergraben
Verteilt über die ganze Wiese
Verteilt über die ganze Wiese

 

 

 

 

 

 

 

Allgemein empfand ich das Verhalten der Herde deutlich friedlicher, als das der Pferde hier im Offenstall. Ganz selten schnappte mal ein Pferd nach einem andere, insgesamt vielleicht 10 mal in den gesamten 4 Stunden und ich habe kein einziges Mal gesehen, dass ein Pferd nach dem anderen getreten hat. Auch insgesamt waren die Pferde deutlich ruhiger wie ich erwartet hatte. Sie standen meisten herum, grasten und bewegten sich gemächlich im Schritt zum nächsten Grasbüschel. Ganz selten galoppierte oder trabte mal ein Fohlen zu seiner Mutter. Die meisten Fohlen lagen allerdings total flach auf der Wiese und schliefen tief und fest. Ganz oft knabberten die Pferde sich auch gegenseitig und viele haben auch erkannt, dass der Zaun eine sehr gute Möglichkeit ist um sich zu kratzen und dass das Gras auf der anderen Seite des Zauns viel leckerer ist als auf ihrer.

Fohlen galoppiert zu seiner Mutter
Fohlen galoppiert zu seiner Mutter
Fohlen mit seiner Mutter
Fohlen mit seiner Mutter

 

 

 

 

 

 

 

Ich kann es jedem nur wärmsten empfehlen einmal die Wildpferdeherde zu besuchen. Für mich selbst war es eine unglaublich tolle Erfahrung und hat mich nur noch mehr von dem tollen Charakter dieser unglaublichen Pferde überzeugt.

Wart ihr auch schonmal bei den Wildpferden oder plant ihr einen Besuch? Hat vielleicht sogar jemand von euch ein Dümmeren Wildpferd zu Hause im Stall stehen?

In ♥ Uhlalalaura

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